Du hast dein Haar chemisch geglättet und planst nun, es zu blondieren? Diese Kombination birgt erhebliche Risiken für die Gesundheit und Integrität deiner Haare. Das gleichzeitige oder kurz aufeinanderfolgende Anwenden starker chemischer Behandlungen kann zu Haarbruch, extremem Austrocknen und irreversiblem Schaden führen, was im schlimmsten Fall einen Haarschnitt bis auf die Kopfhaut notwendig machen kann.
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Die doppelte Belastung: Warum Blondieren nach chemischer Glättung problematisch ist
Chemische Glättung und Blondieren sind zwei der aggressivsten Behandlungen, die du auf dein Haar anwenden kannst. Beide Prozesse greifen tief in die Haarstruktur ein. Bei der chemischen Glättung werden die Disulfidbrücken im Haar aufgebrochen, um die Haarform zu verändern. Dies geschieht oft mit alkalischen Substanzen, die das Haar aufquellen lassen und ihm seine natürliche Struktur nehmen. Anschließend werden die Brücken in der neuen, glatten Form wieder verbunden. Dieser Prozess schwächt das Haar erheblich, macht es poröser und anfälliger für äußere Einflüsse.
Das anschließende Blondieren ist ebenfalls ein stark chemischer Prozess. Hierbei wird das natürliche Melanin aus dem Haarschaft entfernt, um eine hellere Farbe zu erzielen. Dies geschieht durch Oxidationsmittel, meist Wasserstoffperoxid, oft in Kombination mit ammoniakhaltigen Produkten. Diese Chemikalien wirken stark entfettend und entziehend. Sie entziehen dem Haar nicht nur seine Farbe, sondern auch wichtige Fette und Proteine, die für seine Stärke und Elastizität verantwortlich sind.
Wenn du diese beiden Prozesse kurz hintereinander anwendest, setzt du dein Haar einer extremen Doppelbelastung aus. Die bereits durch die Glättung geschwächte Haarstruktur kann den Angriff des Blondierungsmittels oft nicht standhalten. Die Folge sind meist dramatische Schäden:
- Massiver Haarbruch: Das Haar wird spröde und bricht ab, oft schon während des Blondierungsprozesses oder kurz danach. Dies kann sich von den Spitzen bis zum Ansatz erstrecken.
- Extreme Trockenheit und poröse Haarstruktur: Die natürlichen Feuchtigkeits- und Fettspeicher des Haares werden stark reduziert. Das Haar fühlt sich strohig an, lässt sich kaum noch kämmen und verliert seinen Glanz.
- Verlust der Elastizität: Gesundes Haar ist elastisch und kann gedehnt werden, ohne zu brechen. Nach diesen Behandlungen verliert es diese Eigenschaft vollständig. Es wird brüchig wie Glas.
- Kopfhautirritationen und Rötungen: Die aggressiven Chemikalien können auch die Kopfhaut reizen, zu Juckreiz, Brennen und Rötungen führen.
- Unvorhersehbare Farbergebnisse: Durch die bereits geschädigte Haarstruktur kann die Blondierung ungleichmäßig wirken und unerwünschte Farbtöne wie Gelb oder Orange hinterlassen, die sich nur schwer korrigieren lassen.
Der Zeitfaktor: Wie lange sollte zwischen den Behandlungen gewartet werden?
Grundsätzlich raten Experten dringend davon ab, diese beiden Behandlungen kurz hintereinander durchzuführen. Wenn du unbedingt beide Effekte erzielen möchtest, ist Geduld gefragt. Ein minimaler Zeitabstand von sechs Monaten bis zu einem Jahr ist oft notwendig, damit sich das Haar zumindest teilweise regenerieren kann. Doch selbst dann ist das Risiko nicht vollständig gebannt.
In dieser Wartezeit ist eine intensive Haarpflege entscheidend:
- Verwende feuchtigkeitsspendende und reparierende Haarmasken und Kuren.
- Setze auf Leave-in-Conditioner und Haaröle, um das Haar geschmeidig zu halten.
- Vermeide weitere aggressive Behandlungen wie Dauerwellen oder intensive Hitzestylings.
- Reduziere das Haarewaschen und verwende milde, sulfatfreie Shampoos.
- Schütze dein Haar vor Hitze durch Föhn, Glätteisen und Lockenstab, indem du Hitzeschutzprodukte verwendest und die Temperaturen moderat hältst.
Selbst mit dieser intensiven Pflege ist es keine Garantie, dass dein Haar den Blondierungsprozess nach einer chemischen Glättung unbeschadet übersteht. Die Schäden an der Haarstruktur können tiefgreifend sein.
Alternativen zur drastischen Kombination
Wenn du den Wunsch nach hellerem Haar hast, aber dein Haar bereits chemisch geglättet ist, solltest du über alternative Methoden nachdenken:

- Strähnchen (Highlights/Lowlights): Anstatt das gesamte Haar zu blondieren, können gezielte Strähnchen gesetzt werden. Dies beansprucht nur einen Teil des Haares und erlaubt dem Rest, sich zu erholen. Dies sollte aber dennoch nur von einem erfahrenen Friseur durchgeführt werden, der die Haarstruktur genau beurteilt.
- Tönungen und demi-permanente Farben: Diese Produkte legen sich eher um das Haar, anstatt tief in die Struktur einzudringen. Sie können das Haar leicht aufhellen oder ihm einen anderen Farbton verleihen, sind aber weniger aggressiv als permanente Blondierungen.
- Farbauffrischung: Wenn deine Glättung eine bestimmte Farbe erhalten hat, kannst du diese mit einer Farbauffrischung intensivieren, anstatt zu blondieren.
- Geduld und natürliche Aufhellung: Lass dein Haar langsam wachsen und erwäge erst dann eine Behandlung, wenn es vollständig regeneriert ist. Sonneneinstrahlung kann das Haar auf natürliche Weise leicht aufhellen, ist aber ein sehr langsamer Prozess.
- Chemische Glättung mit niedrigerem pH-Wert: Wenn eine erneute Glättung gewünscht ist, informiere dich über schonendere Glättungsmethoden, die die Haarstruktur weniger stark strapazieren.
Die Rolle des Friseurs: Eine unverzichtbare Beratung
Bevor du irgendeine der beiden Behandlungen in Erwägung ziehst, ist ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem erfahrenen Friseur unerlässlich. Ein guter Friseur wird:
- Den Zustand deines Haares genau analysieren.
- Die Rückstände früherer Behandlungen beurteilen.
- Dich über die tatsächlichen Risiken und möglichen Ergebnisse aufklären.
- Dir realistische Alternativen vorschlagen, die das Haar schonen.
- Eine Teststrähne durchführen, um die Reaktion deines Haares auf die Blondierung zu prüfen.
Ein Friseur, der dir ohne Bedenken beide Behandlungen kurz hintereinander anbietet, handelt fahrlässig. Verlasse dich auf seine Expertise und sei bereit, seine Empfehlungen zu befolgen, auch wenn sie nicht deinen Wünschen entsprechen. Die Gesundheit deines Haares sollte immer an erster Stelle stehen.
Tabelle: Risikobewertung von kombinierten chemischen Behandlungen
| Behandlungsfaktoren | Risiko für Haarstruktur | Langzeitfolgen | Regenerationszeit |
|---|---|---|---|
| Chemische Glättung | Hoch (Aufbrechen von Disulfidbrücken, Austrocknung) | Porosität, Brüchigkeit, Haarausfall | 6-12 Monate mit intensiver Pflege |
| Blondieren | Sehr hoch (Entfernung von Melanin, Entzug von Lipiden und Proteinen) | Starke Brüchigkeit, Haarbruch, extreme Trockenheit, Elastizitätsverlust | 12+ Monate, oft permanente Schäden |
| Kombination (kurz nacheinander) | Extrem hoch (Synergistischer Schaden, Überforderung der Haarproteine) | Massiver Haarbruch, Vernichtung der Haarstruktur, potenzieller Haarausfall, irreversibler Schaden | Sehr langwierig, oft nur durch radikales Schneiden behebar; vollständige Erholung ungewiss |
| Schonende Alternativen (z.B. Strähnchen) | Mittel bis Hoch (abhängig von Technik und Produkt) | Mäßige Trockenheit, potenziell geringfügiger Haarbruch | Einige Wochen bis Monate, abhängig von der Intensität |
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Nach chemischer Glättung blondieren: Welche Risiken bestehen?
Kann ich mein chemisch geglättetes Haar sofort blondieren?
Nein, das ist äußerst riskant. Chemische Glättung schwächt das Haar bereits stark. Das anschließende Blondieren würde die Haarstruktur massiv weiter schädigen, was zu extremem Haarbruch und irreversiblen Schäden führen kann. Ein ausreichender Zeitabstand ist zwingend erforderlich, und selbst dann ist Vorsicht geboten.
Wie lange muss ich nach einer chemischen Glättung warten, bevor ich blondieren kann?
Experten empfehlen eine Wartezeit von mindestens sechs Monaten bis zu einem Jahr. In dieser Zeit muss das Haar intensiv gepflegt und regeneriert werden. Selbst nach dieser Zeit ist eine professionelle Beurteilung und eventuell eine Teststrähne durch einen Friseur unerlässlich, um das Risiko abzuschätzen.
Was sind die ersten Anzeichen dafür, dass mein Haar durch die Kombination der Behandlungen geschädigt ist?
Erste Anzeichen sind übermäßige Trockenheit, ein strohiges Gefühl, vermehrtes Abbrechen der Haare beim Bürsten, ein deutlicher Verlust des Glanzes und eine steife, unelastische Haarstruktur. Dein Haar kann sich auch wie Gummi anfühlen, wenn es nass ist.
Kann mein Haar nach diesen Behandlungen noch gerettet werden?
Das hängt vom Ausmaß des Schadens ab. Leichte Schäden können oft mit intensiver Pflege, Kuren und dem Verzicht auf weitere chemische Behandlungen verbessert werden. Bei massivem Haarbruch ist oft ein radikales Schneiden aller geschädigten Haarpartien unumgänglich. In extremen Fällen kann nur das Nachwachsen gesunden Haares helfen.
Welche Pflege ist nach solchen Behandlungen am wichtigsten?
Intensive Feuchtigkeits- und Proteinpflege ist entscheidend. Verwende reichhaltige Haarmasken, Conditioner, Leave-in-Produkte und Haaröle, die speziell für stark geschädigtes Haar entwickelt wurden. Schütze dein Haar vor Hitze und mechanischer Beanspruchung. Vermeide aggressive Shampoos und weitere chemische Behandlungen.
Gibt es schonendere Alternativen zum Blondieren, wenn mein Haar chemisch geglättet ist?
Ja, du könntest über gezielte Strähnchen nachdenken, die das Haar weniger stark beanspruchen. Auch demi-permanente Tönungen oder Farbauffrischungen sind oft eine schonendere Option. Sprich unbedingt mit deinem Friseur über diese Alternativen und ihre Machbarkeit für deinen Haartyp.
Was passiert, wenn ich das Risiko eingehe und es doch versuche?
Wenn du trotz aller Warnungen dein chemisch geglättetes Haar blondierst, riskierst du schwerwiegenden und oft irreversiblen Haarbruch. Dein Haar kann sich auflösen, porös werden und seine gesamte Struktur verlieren. Dies kann dazu führen, dass du deine Haare kurz schneiden musst oder sie komplett abbrechen. Die Wiederherstellung kann sehr langwierig und kostspielig sein, und ein vollständiges Zurück zu gesundem Haar ist nicht immer garantiert.